Geschichte Grünau (1)

Denkmal vom "Alten Fritz" am Markt in Friedrichshagen Denkmal vom "Alten Fritz"  
am Markt in Friedrichshagen

Die Gründung Grünaus

 

1749 erging der königliche Befehl Friedrich II. (1712-1786) das Land zu peuplieren, das heißt, das Land sollte besiedelt werden damit dieses Steuern erbringe. Es wurden sogenannte Kolonistendörfer für Einwanderer aus der Pfalz und Böhmen angelegt. Die ersten Pfälzer Kolonisten aus der Gegend um Mannheim, für die in unmittelbarer Nähe des Forsthauses Steinbinde vier Parzellen abgesteckt worden waren, gaben ihrem Dorf am Ufer der Dahme den Namen Grüne Aue.

 

 

 

Grünau erhält Dorfrechte

 

Durch die Ausstellung der Erbzinsverschreibung am
20. Februar 1754 erhielt "Grünau" nun auch offiziell das Dorfrecht.

Jeder Kolonist erhielt ein rohbaufertiges Gehöft, bestehend aus Wohnhaus, Stall und Scheune, etwas Ackerland, Wiesen, drei Kühe, drei Zugochsen, eine Zuchtsau, Getreidesamen (Winter- und Sommerroggen, Gerste und Hafer) einen Wagen und einen Pflug sowie drei Jahre Zeit bis zur ersten Steuerzahlung.

Im Zuge dessen wurde der Kolonist Georg Nicolaus Libbold zum Dorfschultzen (Dorfoberhaupt, Verwalter der Dorfobliegenheiten) ernannt und das Dorf dem >>Amte Coepenick<< unterstellt.

 

Der Siebenjährige Krieg

 

Die anfangs günstige Entwicklung des Ortes wurde jedoch vom Siebenjährigen Krieg jäh unterbrochen. 1757 setzten die Österreicher vom Müggelsee her über, besetzten Grünau und nahmen den Kolonisten alles was sie besaßen.

1792 brannten zwei Gehöfte bis auf die Grundmauern nieder, wurden aber im selben Jahr wieder aufgebaut.

Im Jahr 1800 hatte der Ort 59 Einwohner.

 

30. April 1815

 

Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon gehörte Grünau nun zum Landkreis Teltow. 

 

Die Grabkapelle zum Gedenken an Kurfürst
Joachim Friedrich (1546-1608)

Das verschwundene Denkmal

 

Im Jagen 79, nahe dem S-Bahnhof Grünau, stand einst ein von Friedrich Wilhelm IV. entworfenes und vom Architekt und Schinkel-Schüler Friedrich A. Stüler anno 1845 geschaffenes Denkmal mitten im Wald. Es erinnerte an den Brandenburger Kurfürst Joachim Friedrich, der auf dem Heimweg just an dieser Stelle in Folge eines Schlaganfalls in seiner Kutsche starb. Theodor Fontane beschreibt das Bauwerk in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" als >>eine Art offene Grabkapelle<<.

In den Irrungen und Wirrungen des II. Weltkrieges wurde auf kulturhistorische Zeugnisse leider nur wenig Rücksicht genommen und so wurde es 1942 für die Erweiterung der Reichsbahngleise abgerissen. Heute erinnert nur noch dieses Foto und die Joachim-Friedrich-Straße in Wilmersdorf an den bedeutenden Kurfürsten unter dessen Ägide das Fürstentum Brandenburg im Sinne Luthers reformiert und u. A. die Grundlagen für den 1. Finowkanal zwischen Havel und Oder gelegt wurde.

 

 

1858

 

Grünau hatte mittlerweile 138 Einwohner. Das erste Grünauer Gasthaus stand auf dem Gelände des späteren Gesellschaftshauses (heute Regattastr. 167).

 

 

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